Alaska

Pilotwale vor Bleik, Norwegen

Kunstmuseum Aarhus

Kattfjord - Norwegen

ALASKA-VORFREUDE: ES GEHT ENDLICH LOS

03.05.2025

STURM IN FRANKFURT

Um 9.30 Uhr hat unsere Nachbarin Regina uns und unsere Koffer netterweise zum Bahnhof in Moisling gebracht. Wir sind schon sehr gespannt auf das, was uns erwarten wird.
Und wir freuen uns auf Entspannung, denn die letzten Tage waren durch einen Defekt unserer Gartenzisterne recht stressig.

Im Zug nach Hamburg mussten wir wegen Überfüllung stehen, doch die Fahrt im ICE nach Frankfurt war sehr komfortabel, nett und auch pünktlich.
Unsere erste Urlaubsnacht werden wir im Motel One verbringen.

Um 18 Uhr zieht ein Unwetter auf, das die Nacht anhalten soll. Wie schön, dass es im Foyer des Motel One trocken und warm ist. Es gießt wie aus Eimern, hagelt, blitzt und donnert bei heftigem Sturm. Die großen Sonnenschirme knallen gegen die Scheiben, die Tische vor dem Eingang fliegen durch die Gegend. Der Anreisetag endet mit action vor der Tür.

ENDE EINER FLUGBEKANNTSCHAFT - HX-START IN KANADA

05.05.2025

Fast zehn Stunden dauerte der Flug von Frankfurt nach Vancouver. Während Fritz und ich zwei Spielfilme schauten und uns unterhalten konnten, hatte es unsere nette indische Sitznachbarin nicht so leicht. Sie sprach und las ausschließlich Panjabi Gurmuhki. Fritz schaffte es noch kurz vor dem Start, diese Sprache bei Google Translator herunterzuladen, allerdings waren nur wir in der Lage, etwas zu tippen. Unsere Tastatur stellte natürlich keine Panjabi-Schriftzeichen zur Verfügung.
Mit dem Translator, den Fotos auf unseren Handys und Handzeichen konnten wir uns trotzdem einiges erzählen. Sie war auf dem Weg zu Ihrem Sohn, der Schwiegertochter und der zwei Monate alten Enkelin in Vancouver. Wir tauschten Kekse gegen Weintrauben und Gummibärchen und die letzten zwei Stunden ließen wir sie am Fenster sitzen - es war nämlich ihr erster Flug und der Blick aus dem Fenster dementsprechend interessant. Zum Abschied umarmte sie uns herzlich, schloss sich im Flughafen dann einer indischen Familie an und wir verloren sie aus den Augen. War nett gewesen.

Nach dem Transfer durch Hurtigruten-Expeditions zum Hyatt Regency staunten wir. Das Zimmer war sehr groß, doch die Einrichtung sehr in die Jahre gekommen. Einen Duschvorhang vor einer Badewanne hatten wir bei dem angeblichen hohen Standard nicht erwartet. Das preisgünstige Motel One in Frankfurt war eindeutig besser, chicer und gemütlicher ausgestattet gewesen.
Wir drehten noch eine Runde um den Block, aßen in einem kleinen indischen Restaurant und fielen dann todmüde ins Bett. Die Häuserblockrunde konnten wir am nächsten Morgen fortsetzen, um 11.30 Uhr dann noch eine von HX organisierte Stadtrundfahrt, bis wir gegen 15 Uhr vor den amerikanischen Einreisebehörden am Pier abgesetzt wurden.

 

Eineinhalb Stunden dauerte das Einreise-Procedere, bis wir endlich unseren Fuß auf die Roald Amundsen setzen konnten. Ungefähr 300 Gäste und 100 Crewmitglieder sind an Bord. Alles dezent perfekt, große Kabine und ein sehr freundliches und engagiertes Team, das für jede Belange und Fragen zur Verfügung steht.

Zuallererst erhalten wir eine wasser- und winddichte Helly Hansen Expeditionsjacke und eine aus Recylingplastik hergestellte Trinkflasche, die man an verschiedenen Stationen jederzeit nach Bedarf auffüllen kann. Konzept von HX-Expeditions ist soviel Nachhaltigkeit wie möglich. Die Roald Amundsen ist ein Hybridschiff, was wohl der Grund ist, weshalb es in die Fjorde hineinfahren darf. Es gibt keine Einwegprodukte an Bord, Zimmerservice fordert man nach Bedarf an und der Müll wird getrennt. An Bord sind Wissenschaftler, die täglich Vorträge über Flora an Fauna halten und während der Tour an wissenschaftlichen Studien arbeiten. Die Passagiere können diese Arbeiten manchmal direkt mitverfolgen. Gelegentlich durch Probensichtungen an Mikroskopen oder auch mal durch Begleitung auf dem Forschungsboot.

Zugleich genießen die Passagiere ein fast durchgehendes All-Included-Angebot. Im Hauptrestaurant gibt es ein Frühstücks- und Mittagsbüfett, die keine Wünsche übrig lassen. Abends ein 3-Gänge-Menü im 5-Sterne-Charakter und außerhalb der Öffnungszeiten lässt sich der Appetit im Zweitrestaurant stillen mit Kleinigkeiten wie verschiedenen Burgern, Hot-Dogs, wahlweise mit regionaler Wurst, Lamm oder Lachs und so weiter. Wein, Kaffee, Bier und Säfte sind überall selbstverständlich. In der Explorer Lounge auf Deck 10 kann man sich in bequeme Sessel lümmeln und hinter den Panoramafenstern die Landschaft an sich vorüberziehen lassen. Gern mit einem der zehn angebotenen Cocktails, Wein oder Bier. Und das zu jeder Tageszeit.
Fährt man mit dem gläsernen Fahrstuhl zwischen den 10 Decks rauf und runter, schaut man auf ein 17 Meter hohes LED-Display, das schöne Bilder vergangener Hurtigruten-Fahrten zeigt. Bären, Pinguine, Eisberge, Kajaks, einsame Fjorde und natürlich die Roald Amundsen. Es ist unmöglich, das Display im Ganzen zu fotografieren.
Auf Deck 10 ist auch der SPA-Bereich, Fitness-Studio, Sauna. Im Außen-Whirlpool und Swimmungpool hat man einen freien Blick in den Himmel.

SEEKRANK

06.05.2025

Das üppige Frühstück schmeckt mir noch, doch dann passiert, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Bei Windstärke 5 und zwei Meter hohen Wellen werde ich das erste Mal im Leben seekrank und muss bis zum späten Nachmittag im Bett bleiben. Erst dann lässt das Schlingern nach und es geht wieder aufwärts.

 

MISTY FJORDS

07.05.2025

Der erste Ausflug in den Zodiaks führt in den Misty-Fjord. Das Wetter wechselt hier schnell von sonnig zu neblig oder Regen. Als unsere Gruppe unterwegs ist, bietet das Wetter keine Sonne. Die Felsformationen sind eindrucksvoll und auch die vier Baumarten, die sich ohne viel Erde auf den Felsen festkrallen. Tiere fehlen, wir treffen lediglich auf zwei kleine Enten.

WRANGELL UND RAINBOW-REGENWALD

08.05.2025

Mit Transferbooten werden wir heute im Hafen von Wrangell abgesetzt. Wir haben eine dreistündige Wanderung zu einem Wasserfall auf dem Wanderweg Rainbow gebucht. Über Holzstufen überwindet unsere Gruppe die 120 Meter Höhenunterschied, vorbei an Blaubeeren, Himbeeren, Wald-Erdbeeren, Farnen, Flechten und kleinen Pilzen. Ausschließlich sechs Baumarten sind hier zu finden.
Aufpassen muss man bei der hüfthohen Teufelskralle, denn die Pflanze ist voller hartnäckiger Dornen. Sie wird in Alaska zu Heilcreme mit wundersamer Wirkung für alle Fälle verarbeitet.
Gelbe Farbtupfer bringen die Blüten des Amerikanischen Stinktierkohls in das vorherrschende Grün. Sie gehören zu den Lieblingsspeisen von Bären, doch wenn sie erst einmal angeknabbert sind, machen sie ihrem Namen alle Ehre.
Unser Guide hält eine kleine Farnart in der Hand. In jedem Jahr wächst nur ein Blatt, erklärt sie. Faszinierend - sie hält vier Jahre in der Hand und ich glaube, ich selbst hätte die vier Jahre an ihrem Platz gelassen.
Am Parkplatz treffen wir noch auf Wanderdrosseln. Sie haben einen roten Bauch.

Nach der Wanderung erkunden wir den Ort Wrangell.
Wohnen möchten wir in dieser Trostlosigkeit nicht. Nach einem kleinen Einkauf von Taschentüchern setzen wir wieder zum Schiff über. Hier müssen wir bei Betreten des Schiffes nochmals durch eine mobile amerikanische Zollkontrolle.
Anschließend bitte ich an der Rezeption darum, den Topper aus unserem Bett zu entfernen. Durch die weiche Unterlage habe ich bisher nur mit Schmerzen schlafen können. Das geht ganz unkompliziert und unser Steward Raymundo fragt am nächsten Morgen sogar, ob ich hätte schlafen können oder ob er noch ein Brett besorgen solle. Sehr nett!

Orcas sehen wir bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Wrangell: Eine Kaimauer ist ganzflächig mit ihnen bemalt.

KELP BAY

09.05.2025

Unsere Gruppe startet ganz früh bei nur leichtem Regen mit dem Zodiak zu Tierbeobachtungen in der Kelp Bay.
In der Ferne Blas von einem Wal, doch die Führer der Zodiaks denken gar nicht daran, die Richtung einzuschlagen. Stattdessen halten sie auf die geschützte Seite einer Insel zu. Wir sehen einen Robbenkopf, einen Seelöwenkopf und einen wegfliegenden Adler. Alle scheinen begeistert.
Wale und mehr werden wir heute (Abend) wohl wieder nur auf den Bildschirmen in der warmen Explorer Lounge sehen :(

SCHÖNES WETTER KANN JEDER

10.05.2025

Auf dem Weg zum Gletscher Tracy Arms ist die Roald Amundsen langsam durch den Fjord geglitten, beiderseits ragen hohe Felsberge steil in die Höhe. Die Gipfel sind meist im Nebel versteckt, es regnet meistens und die Anzahl von Eisbrocken und -feldern nimmt stetig zu. Zuerst beim Frühstück und anschließend in der Explorer Lounge schauen wir dem Treiben des Eises zu. Das Grau hat etwas Magisches und wir können ihm durchaus etwas abgewinnen.
Backbord wird ein Schwarzbär gesichtet, doch da wir Steuerbord sitzen, bekommen wir leider nur noch den Popo des Bären ins Kameravisier.

Irgendwann stoppt das Schiff und es beginnt das Ausschiffen der Zodiak-Boote und Kajaks. Heute ist ein Ausflug zum Gletscher auf dem Programm. Wir sind einer späten Gruppe zugeteilt.
Leider ist soviel Eis unterwegs, dass die Roald Amundsen in angemessener Entfernung stoppen muss und wir den Gletscher nur in der Ferne sehen.
Auf der Schiffseite des Anlegers, bzw. des Ausstiegs hat sich das Eis rasch zu einer großen Fläche zusammengeschoben. Die Zodiaks kommen anfangs kaum zum offenen Wasser durch und am schlimmsten sind die vier Kajaks dran. Sie liegen teilweise auf dem Eis auf und sind oft knapp vor dem Kentern. Erst nachdem die Roald Amundsen sich etwas dreht, löst sich die Eisformation und damit auch das Problem.

Unser Zodiak profitiert dann nachmittags von dieser Lösung. Es ist beeindruckend, in dieser ungewohnten und überwältigenden Landschaft zu sein.

SCHÖNES WETTER GEHT AUCH

11.05.2025

Bei stahlendem Sonnenschein starten wir unsere erste Kajaktour in Haines. Die zwei Guides betreuen nur unser und ein weiteres Doppelkajaks, so dass wir ziemlich relaxt den Fjord hinunterpaddeln. Wir treffen auf einen Seehund und sehen später noch einen Adler über den Ort kreisen.
Vor der Rücktour wird an einem Strand nach 1,5 Stunden gepicknickt und wir klettern eine zeitlang am Ufer herum. Das Wetter ist traumhaft und das Gebirgspanorama mit den schneebedeckten Gipfeln atemberaubend.
Nach dem Paddeln wandern wir durch den netten Ort, der so ganz anders wirkt als Wrangell. Es kommt uns hier sehr westernmäßig/sehr amerikanisch vor. In einem kleinen Souvenierladen finden wir zwei schöne Glückwunschkarten, einen anderen verlassen wir, nachdem wir das Trumpf-Konterfei im A3-Format im Flur hängen sehen. Das errinnert uns an vergangene deutsche Zeiten.

SEELÖWEN-KOLONIE

Auf unserer Weiterfahrt sitzen wir am Panoramafenster der Explorer Lounge auf Deck 10. Eine sehr schöne Landschaft zieht an uns vorbei und auch ein Highlight: eine Seelöwenkolonie.

BETREUTES WANDERN

12.05.2025

Die Roald Amundsen ist über Nacht die William Henry Bay angelaufen. Nach und nach werden die Gruppen für einen Landausflug per Zodiak in die Bucht gebracht.

Unsere Regeln für den langen Strandabschnitt und das angrenzende Waldstück sind klar: Rechts und links nicht weiter als bis zu den orangen Hütchen. Diesen ist auch auf dem Pfad zu folgen und am Ende aller Wege stehen als Begrenzung Crewmitglieder, die einen wieder zurückschicken.

Manche behaupten, sie hätten am Rand unseres "eingezäunten" Gebietes einen Bären gehört. Wir selbst trafen nach illegalem Verlassen des Pfades auf frische Spuren eines großen Tieres, kehrten dann wieder um. Aber ehrlich: Wir hätten - zumindest aus der Entfernung - unbedingt gern einen Bären gesehen - so wie es die Displays und Websites von HX suggerieren. Oder einen Elch, einen Hirsch oder zumindest ein Eichhörnchen.

Am Strand finden wir noch einige leere Seeigel-Panzer und heftig schöne Steine, die unsere Steinsammlung in Kronsforde zukünftig bereichern werden.

KAJAKTOUR IN SITKA

13.05.2025

Wer denkt, Sitka sei so ziemlich am Ende der Welt und nicht im Fokus, der täuscht sich gewaltig. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Als die Roald Admundsen die Anker setzt, ist sie mit Abstand das kleinste Passagierschiff vor der 8000-Einwohner Stadt. Weitere zwei sogenannte Traumschiffe sind für einen Tag zu Gast. Eines davon mit 4500 Passagieren, die an einem speziellen Anleger - 16 Kilometer von der Stadt entfernt - aus dem Rumpf ausgespuckt werden.
Die Kajakvermietung ist minimaler Teil der gewaltigen Touristenempfangsgebäude und nach einer kurzen Einweisung sitzen die 14 Teilnehmer unserer Gruppe in ihren Kajaks, begleitet von zwei jungen Guides.
Trotz Touristenmoloch gleich hinter unserem Rücken, können wir nach wenigen Metern einen Weißkopfseeadler betrachten, der über uns in einem Baum sitzt. Auch ein Seeotter ist bald danach zu entdecken, er huscht über einen Felsen. Die Guides zeigen uns große Seesteerne, die an den Felsen kleben, essbaren Seetang - schmeckt sehr gut- und erzählen einiges Beeindruckendes über den Tongass Nationalpark. Allein, dass die Bäume hier nur 1 mm pro Jahr wachsen, gibt jedem Baum eine besondere Wertigkeit.

Der abschließende Gang durch die Hafencity von Sitka ist schnell getan. Die täglich anlandenden Ozeanriesen mit ihren tausenden Landgängern prägen einfach alles.

Abends gelangt die Roald Amundsen wieder in offenere Gewässer und der Ozean beschert uns heftiges Schaukeln und eine unruhige Nacht. Sogar Fritz in seinem weichen Bett wacht des Öfteren von Seegang auf. Ich selbst schlafe wegen der 25 cm hohen weichen Matratze, die mir heftige Schmerzen bereitete, bereits seit drei Tagen sowieso ziemlich unruhig auf dem Fußboden, als Unterlage 2 Wolldecken und die Hälfte meiner Bettdecke.

ICY-GLETSCHER

14.05.2025

Nochmals fahren wir in Seitenarme hinein bis zu den ICY-Gletschern. Leider halten wir wieder in großer Entfernung zu den Gletschern, was niemand so richtig verstehen kann.
Abermals kurven die Zodiaks zwischen den Eisschollen herum, es tauchen ein paar neugierige Robben auf und dann geht es wieder aufs Schiff. Von der angekündigten großen Vielfalt der Tierwelt ist wieder nichts in Sicht.
Abends macht die Crew-Band in der Explorer-Lounge auf Deck 10 Musik. Und das wider Erwarten richtig gut!
In der Nacht ist wieder sehr hoher Wellengang, der viele nicht schlafen lässt. Ich selbst bin nicht betroffen. Mein Quartier auf dem Boden habe ich nochmals umgebaut und durch den Einsatz meines Rucksacks nun Kissen über den Wolldecken. Ich schlafe durch bis morgens um 5 Uhr.

HIKING TRAIL IN CORDOVA

15.05.2025

Heute entlässt die Roald Admundsen ihre 300 Passagiere mit den blauen Expeditionsjacken in den kleinen Ort Cordova mit 2500 Einwohnern. Der Hafen mit seinen Anlegern auf Stelzen sieht nett aus, gleich hinter den Anlegern ist ein großer Supermarkt mit der Aufschrift Regionale Produkte und direkt am Hafen steht eine auffällige, von Plaketten umrahmte Statue zum Andenken an die Menschen, die ihr Leben auf See verloren.

Im Gegensatz zu den ausgegebenen Stadtplänen zeigte Fritz Handy-APP einen kleinen Hiking-Trail vor der Stadt. So wandern wir erst bis zum Ortsrand, dann an der Landstraße - vorbei an heftig chaotischen Grundstücken - entlang und nach 45 Minuten stehen wir in einer kleinen Straße am Start zu dem nicht ausgeschilderten Weg. Ein großer alter Hund liegt in einer Einfahrt, kommt auf uns zu und beschnuppert uns freundlich.

Der Einstieg in den Wanderweg ist geradezu zauberhaft. Ein Schritt ist noch Asphalt, der nächste Schritt ist Regenwald. Bäume und Boden sind wie im Märchen mit Moos ummantelt und kleinste Pflanzen, Pilze und Farne besiedeln Baumstümpfe und Äste. Herr der Ringe, Bären, Elfen, Trolle, amazing - solche Stichworte fallen einem unweigerlich ein.

Nach 50 Metern wird der Sandpfad zu einem beplankten Weg, der über einige Wasserstellen führt. Ein Mann kommt uns entgegen, wir grüßen uns freundlich und kommen ein wenig ins Gespräch. Er möchte wissen, woher wir kommen, wir erzählen und es gesellt sich der alte Hund zu uns. Offensichtlich hat er die Stimme des Mánnes erkannt.
Die Begegnung schließt mit der Erlaubnis des Mannes, am Ende des Weges an seinem Haus vorbei bis zum Strand zu gehen. Wir bräuchten wegen der Bären keine Bedenken haben. Die kommen erst in drei Wochen, wenn die Lachse zum Laichen den Fluss herauf schwimmen. Nala wird Euch begleiten.

Hund Nala weiß, was zu tun ist und läuft voran. Bald gelangen wir zu drei Häusern, sprechen kurz mit der Bewohnerin des ersten Hauses übers Gärtnern, müssen dann unter dem zweiten auf Stelzen gebauten Haus durchlaufen, bis wir zum letzten Gebäude kommen. Der Weg endet hier und wir nehmen das Angebot des netten Mannes, über sein Grundstück zum Strand zu gehen, nicht in Anspruch. Wir müssten quer durch seinen Garten laufen und das erscheint uns doch etwas übergriffig.

Nala startet mit uns den Rückweg, doch schnell ist sie trotz ihres Alters außer Sicht. Es gibt viele kleine Pflanzen zu fotografieren und wir brauchen mehr Zeit als ihre Geduld zulässt. Kurz vor dem Aus/Einstieg des Pfades holen uns eine Frau und ihr kleiner Chihuahua ein. Nochmals kommen wir ins Gespräch. Wir erzählen von unserer ersten Seereise und dass es zugleich auch unsere letzte sein wird. Sie erwidert, dass sie und ihr Mann noch nie eine Seereise gemacht hätten. Die vielen Menschen würden sie stören.
Da sind wir uns wohl einig, erzählen aber trotzdem von dem umweltfreundlichen Konzept der Roald Amundsen und da outet sie sich sofort als Trump-Gegnerin. Er würde die Natur zerstören wollen und das würde ihr Angst machen. Als sie dann in ihr E-Auto steigt, das inmitten zwischen den großen Pickups steht, bietet sie uns die Mitfahrt bis zur Stadt an. Wir schlagen dieses nette Angebot aber aus, denn wir wollen uns gern noch etwas bewegen.
Eine weitere nette Begegnung haben wir dann noch auf halber Wegstrecke. Es stoppt ein schwarzer Pickup, die Beifahrerscheibe senkt sich und eine junge Frau zeigt auf die Straße, die an dieser Stelle von der Landstraße abzweigt. Hier solltet Ihr abbiegen, ein Stück weiter ist es wunderschön.

GLETSCHER IM HARVARD-ARM

16.05.2025

Heute wird es magisch. Wir sind im Harvard-Arm des Collegefjords und die Roald Amundsen geht vor einem riesigen Gletscher vor Anker. Manchmal grollt und knallt es laut in dem Eisfeld und gelegentlich stürzen kleinere Eismassen in die Tiefe:
Die Zodiaks kurven ungefähr eine Stunde mit uns an Bord umher und bringen uns dem beeindruckenden Gletscher noch etwas näher. Doch auch von Deck 11 ist die Ansicht bewegend.  

AUSSCHIFFUNG

17.05.2025

Nach einem frühen Frühstück besteigen wir den Bus, der uns nach Anchorage bringt. Nach 27 Stunden Reisezeit sind wir am Sonntag um 22 Uhr wieder zu Hause.